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Maßnahmen gegen Geburtenrückgang umsetzen PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 19. Juni 2009 um 13:41 Uhr
"Der Geburtenrückgang im Saarland zeigt, dass bei uns die Bedingungen für Familien einfach nicht stimmen. Auch das Elterngeld ist wirkungslos verpufft. Nur wenn wir deshalb im Land unsere Hausaufgaben machen, werden die Geburtenzahlen wieder steigen", kritisiert der familienpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Christoph Hartmann, angesichts der aktuellen Zahlen zum Geburtenrückgang im Saarland.

Hartmann fordert einerseits, bei der Familienfreundlichkeit anzusetzen. Dabei müsse ein qualitativ und quantitativ besseres Kinderbetreuungsangebot mit einheitlichen Qualitätsstandards für Kinderkrippen und Kindergärten sowie verbesserten öffnungszeiten geschaffen werden. Hartmann: "Nur wenn junge Paare die Chance haben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, werden sie sich für Kinder entscheiden. Mit Bildungs- und Betreuungsgutscheinen geben wir ihnen außerdem dabei mehr Wahlfreiheit und die Möglichkeit, sich für das individuell passende Angebot zu entscheiden. Weiterhin muss das erste Kindergartenjahr analog zum dritten halbtags kostenfrei werden." Außerdem setzt sich Hartmann für die Einführung eines Familienpasses ein, bei dem Partner etwa aus Wirtschaft und Kultur den Familien vergünstigte Angebote machen und das Land die Ausstellung des Passes und die Werbung übernimmt.
Mit Sorge sieht Hartmann die Zahlen zur Bevölkerungsbewegung. So haben etwa im Jahr 2007 gut 1.500 Menschen mehr das Saarland verlassen als hinzugezogen sind. Dazu Hartmann: "Nur wenn junge Menschen hier eine berufliche Perspektive haben, werden sie im Saarland eine Familie gründen. Das ist heute oft nicht mehr der Fall. Für mehr Geburten muss das Saarland deshalb nicht nur familien-, sondern auch unternehmerfreundlicher werden. Die überdurchschnittlich hohe Abgabenlast im Saarland muss endlich der Vergangenheit angehören und ein umfassendes Standortaufwertungsprogramm umgesetzt werden. Nur wenn wir wirtschaftsfreundlicher werden, entstehen hier neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze, die jungen Menschen eine berufliche Zukunft im Saarland bieten. Wer Unternehmen im Saarland ansiedelt, siedelt auch junge Familien an."

Hintergrundinformation:
Ob Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule oder weiterführende Schulen - das Ziel liberaler Bildungspolitik ist die Chancengerechtigkeit und die individuelle und zu Beginn vor allem spielerische Forderung und Förderung aller Kinder, Schülerinnen und Schüler. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn ist es, dass alle Kinder bereits zum Grundschulbeginn ausreichend Deutsch sprechen und verstehen können. Deshalb brauchen wir zum Ende der Kita-Zeit verbindliche Sprachtests.
Dass die Bildungspolitik im Saarland hakt, zeigt nicht nur der deutlich gestiegene Bedarf für Nachhilfeförderung. Ein weiteres Beispiel ist die mangelhafte Einführung vom 12- jährigen Abitur (G8)  Hier sind sowohl die Lehrer als auch die Schüler und Eltern bei der Umsetzung alleine gelassen worden. Darüber hinaus brauchen wir angesichts des großen Umfangs des Unterrichtsausfalls dringend eine Unterrichtsgarantie im Saarland.