Startseite FDP Das 5. Grundschuljahr ist für Saarbrücken nicht bezahlbar und es ist ein Hemmnis für die Mobilität am Arbeitsmarkt
Das 5. Grundschuljahr ist für Saarbrücken nicht bezahlbar und es ist ein Hemmnis für die Mobilität am Arbeitsmarkt PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 12:28 Uhr
Die Stadtratsfraktion der Saarbrücker FDP ist gegen eine Verlängerung der Grundschulzeit auf fünf Jahre zum jetzigen Zeitpunkt. FDP-Fraktionschef Friedhelm Fiedler und der schulpolitische Sprecher der FDP-Ratsfraktion, Thomas Escher, fordern die schwarz-gelb-grüne Landesregierung auf, das geplante Projekt vorläufig nicht weiterzuverfolgen. Eltern und Lehrer dürften nicht länger verunsichert werden. 
Auf Drängen der Grünen hatten sich CDU, FDP und Grüne im Jamaika-Koalitionspapier darauf verständigt, die Grundschulzeit im Saarland auf fünf Jahre zu verlängern.
"Zwar gibt es gute Argumente für ein generell längeres gemeinsames Lernen. Aber es erscheint tollkühn, als kleines Saarland mit einer bildungspolitischen Insellösung Zukunft gewinnen zu wollen", kritisiert Fiedler. 
Saarbrücken und das Saarland seien vielmehr künftig noch stärker als bisher darauf angewiesen, dass Arbeitskräfte von außen in unsere Unternehmen kommen. Denn die Bevölkerung schrumpfe dramatisch, der Wanderungsverlust des Saarlandes steige stark an. "Vor diesem Hintergrund ist es ein Fehler, für junge Familien mit Kindern neue Schulhürden aufzubauen. Dies gilt sowohl für Arbeitskräfte, die von anderen Bundesländern ins Saarland kommen als auch für jene, die wegziehen, weil sie hier nicht den passenden Job finden", so Escher.
Zudem gibt es nach Auffassung der beiden FDP-Politiker noch ein weiteres gewichtiges Argument gegen ein 5. Grundschuljahr zum jetzigen Zeitpunkt.
Auf Saarbrücken und alle anderen Kommunen kämen nämlich neue Millionen schwere Belastungen zu. Denn fast alle 27 Grundschulen in Saarbrücken müssten um- oder ausgebaut werden, um die zusätzlichen Klassen zu verkraften. Zwar solle auch ein Teil dieser neuen Fünftklässler an weiterführenden Schulen unterrichtet werden.
Ob das jedoch pädagogisch zielführend im Sinne des Gesamtkonzepts sei, dürfe angezweifelt werden. Saarbrücken müsse bereits die vom Bund vorgegebene und absolut sinnvolle Erweiterung der Krippen- und Kita-Plätze bis 2013 stemmen. Auch das sei angesichts der dramatischen Verschuldung der Landeshauptstadt schon ein Kraftakt. 
"Wir fragen uns, wie die Saarbrücker Grünen da auch noch ein 5. Grundschuljahr finanziell verantworten wollen. Gerade die Grünen beschweren sich doch stets lautstark, wenn in Berlin Gesetze beschlossen werden, die am Ende der Bezahl-Kette Städte und Gemeinden finanziell stark belasten. Jetzt versuchen eben diese Grünen, ein Schulmodell auf Landesebene durchzuboxen, das schließlich ebenfalls die Kommunen in Teilen finanziell ausbaden müssen, weil sie für Schulgebäude und Schulraum zuständig sind. Das ist doppelgesichtiges politisches Verhalten", so Fiedler weiter.
Eine Kurskorrektur ist laut Fiedler und Escher deshalb dringend geboten  - im Interesse aller Familien mit Kindern und im Interesse der städtischen Finanzen. 
Der Trompetenstoß von Hamburg muss auch an der Saar ernst genommen werden.